Firefox ist die Privatsphäre seiner Nutzer schon immer wichtig. Mit Firefox Klar hat Firefox einen speziellen Trackingschutz-Browser für Mobilgeräte erstellt und zukünftig soll dieser auch einen vorinstallierten AdBlocker enthalten. Was dieser kann und welche Herausforderungen der AdBlocker zukünftig für die Online Werbebranche bereithält, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

Nach dem Tracking-Blocker nun auch AdBlocker

In der kommenden Version 9.0 des Browsers Firefox Focus, welcher in Deutschland übrigens als Firefox Klar bekannt ist, soll ein vorinstallierter AdBlocker integriert sein.

Doch was ist überhaupt ein AdBlocker?

Ein AdBlocker ist eine Filter-Software, die Werbung auf einer Website identifiziert und diese dann auch unterdrückt. Besonders in Zeiten von Stalking Ads aufgrund von Retargeting eine schöne Alternative für User, die sich von Werbebannern verfolgt fühlen. Demnach werden aber natürlich auch weniger Ad Impressions ausgeliefert. Somit sind Werbeblocker Fluch und Segen – Segen für die User und Fluch für die Werbetreibenden.

Aber Vorsicht: Der Begriff AdBlocker, welcher sich bereits in den Köpfen der Menschen eingebrannt hat, ist nicht hundert prozentig richtig. Es handelt sich hier nicht um einen festen Blocker, der jede Werbeeinblendung blockt. Vielmehr handelt es sich um eine Filterung von White- und Blacklisten. In diesem Fall werden nur Werbebanner ausgespielt, welche auf der Whitelist stehen. Welche Werbung aber nun auf der White- bzw. Blacklist steht, entscheidet der AdBlocker. Der Marktführer unter den AdBlockern, Adblock Plus von der Firma Eyeo, steht mit dieser Frage in Kritik. Denn Adblock Plus lässt sich von Firmen bezahlen, nur damit diese auf der Whitelist erscheinen. Ein wirklich umstrittenes Geschäftsmodell also.

Bisher nur Trackingunterdrückung

Bisher wurde beim Firefox Klar nur das Tracking durch Cookies oder JavaScript Tracker blockiert. Die Aktivität der Nutzer konnte also nicht nach verfolgt werden und das Ausspielen von Werbebannern mit Retargeting-Modellen war nicht mehr möglich. Mit Hilfe der vorinstallierten AdBlocker sollen aber nun auch jene Werbebanner unterdrückt werden, welche ohne Trackingmaßnahmen auskommen. Grundlage für dieses Experiment sind Blacklisten. Diese Blockierlisten stammen von Adquard, Fanboy oder auch Easylist. Verwendung finden diese auch bei Adblock Plus.

Getestet wurde der Einsatz der AdBlocker bereits. Dabei hat Firefox A/B Tests durchgeführt. Ein Teil der Tester hat das Add-On aktiviert, der andere Teil nicht. Ziel war es, herauszufinden welche Auswirkungen die Verwendung des AdBlockers auf die Nutzer hat. Bisher sind noch keine Ergebnisse des Tests öffentlich.

Auch Apple unterdrückt Tracking

Bereits seit einiger Zeit unterdrückt Apple auch bei Safari das Tracking. Durch die Intelligente Tracking Prevention (ITP) wird auch hier die unerwünschte Verfolgung von Werbeformaten über unterschiedliche Seiten hinweg unterdrückt. Dem Nutzer gefällt’s, den Werbefirmen nicht.

Bereits nach einem viertel Jahr haben einige Unternehmen Einbußen von etwa einem Fünftel des Umsatzes seit der Einführung des ITP gemeldet. Darunter auch das Unternehmen Criteo.

Die Frage ist aber, was will Apple damit bezwecken? Möchte Apple das Geschäft zur Monetarisierung von Content ganz zu sich ziehen? Denn Apple plant ein News-Abo und derzeit laufen Verhandlungen mit amerikanischen Publishern. Doch die Konditionen sehen dabei äußerst schlecht für die Verleger aus. Apple will rund die Hälfte der Einnahmen einbehalten und auch die Kundendaten bleiben den Publishern verwehrt. Ob sich die amerikanischen Zeitungen auf diesen Deal einlassen bleibt offen.

Doch eine Chance haben die Publisher noch – sie müssen eigene hochqualitative Inhalte vermarkten. Mit den Lösungen der relemind stellt dies kein Problem dar.

Bedeutung für die Werbeindustrie

Einer BVDW-Studie zufolge nutzen rund ein Viertel (24,74 %) der Internet-User einen AdBlocker. Grund dafür sind nicht nur die bereits erwähnten störenden Werbebanner, sondern auch plärrende Werbevideos, die automatisch starten oder Banner mit Scriptfehlern, die dann einen ganzen Browser zum Absturz bringen.

Für die Marketer sind die AdBlocker ein Dorn im Auge, da sie die Finanzierung von kostenfreien Angeboten im Internet gefährden. Einige Websitebetreiber sperren Nutzer von Werbeblockern aus, diese haben somit keinen Zugriff mehr auf die Inhalte der Seite.

Auf Cookies zu verzichten, befürworten wir natürlich. Niemand möchte von nervigen irrelevanten Werbebannern verfolgt werden. Wenn zukünftig aber auch Werbung unterdrückt werden soll, welche ohne Trackingverfahren ausgespielt wird, dann sieht es für die gesamte Online-Werbebranche düster aus. Und solange der User tagtäglich mit Bad Ads und irrelevanter Werbung konfrontiert wird, nimmt auch die Nutzung von AdBlockern nicht ab.