News-Seiten sind für die Platzierung von Ads beliebt. Grund dafür sind die damit eingehenden hohen Kontaktzahlen. Dass wir jedoch tagtäglich mit schockierenden Nachrichten aus aller Welt konfrontiert werden, scheint die Werbekunden und Agenturen nicht zu interessieren. In den letzten Tagen sind uns wieder schockierende Bad Ads aufgefallen, im Mittelpunkt der Kritik: OBI und Spiegel Online.

Spiegel Online erntet Shitstorm auf Twitter

Erst heute hat Spiegel Online auf Twitter ein heftiges Video von The NYTimes geteilt, welches eine Hilfsaktion im Mittelmeer zeigt. Bei dieser Aktion verlieren mindestens 20 Menschen ihr Leben und Spiegel Online warnt in seinem Post auch noch einmal, dass einige Szenen verstörend wirken können. Doch anstatt sich die Kommentare unter dem Video auf das Leid der Menschen konzentrieren, erntet Spiegel Online einen massiven Shitstorm.

Grund dafür sind die geschalteten Werbeanzeigen vor und während des Videos. Dabei handelt es sich auch nicht nur um eine Anzeige, sondern direkt um mehrere unterschiedlichen Werbeanzeigen. Nachfolgend einige Screenshots, welche die Fassungslosigkeit der User ausdrücken.

Quelle: Twitter (https://twitter.com/spiegel_politik/status/1089476480546025472?s=11)

Welchen Schaden Spiegel Online mit dieser Werbung anrichtet, hätte doch vorher abzusehen sein müssen. Fatal ist, dass nicht nur Spiegel Online als Publisher damit einen Shitstorm gegen sich auslöst, sondern auch die werbenden Unternehmen in ein schlechtes Licht rücken. Schlimmstenfalls enden diese unpassenden Werbeanzeigen mit dem Verlust der Reputation.

Schauen wir uns die Anzahl der Kommentare und Retweets an, dann fällt sofort auf, dass dieser Post im Vergleich zu vorherigen Tweets ein viel höheres Interaktionsaufkommen hat. Und das liegt leider nicht an der traurigen Message, die Inhalt des Tweets sein sollte, sondern viel mehr an der furchtbaren Anzeigenschaltung. Bisher hat sich Spiegel Online noch nicht zu den Bad Ad-Vorfällen geäußert – und die negativen Kommentare der Nutzer werden leider auch nicht weniger.

OBI setzt auf Keyword-Targeting und wird mit Bad Ad bestraft

Aber auch OBI hat anscheinend in den letzten Jahren nichts dazu gelernt. Das Bad Ads nicht erst seit gestern existieren, sollte nun mittlerweile wirklich jedem klar sein. Und alle Beteiligten des Advertisingsmarktes müssten die Folgen doch nun langsam kennen.

Auch hier wurde die Kampagne von OBI auf einer Nachrichtenseite, in diesem Fall Bild.de ausgespielt. Nur leider auch wieder im Zusammenhang eines negativen Artikels zum traurigen Schicksal des kleinen Jungen, der in einen Brunnenschacht gefallen ist.

Grund für Bad Ads ist oftmals das schlechte Keywordtargeting, mit welchem die Ads ausgeliefert werden. Dabei wird die Kampagne mit relevanten Keywords mit dem Content der Seite abgeglichen. Im Fall von Obi wurde die Kampagne höchstwahrscheinlich mit dem Keyword „bohren“, „Loch“ oder „Bohrloch“ getargetet. Blöd nur, dass in fast jedem Abschnitt des Berichts aus Spanien ein „Bohrloch“ oder das Verb „bohren“ vorkommt. Dabei gerät der eigentlich ebenso unpassende Spruch „Es ist Zeit, mehr zusammen zu bauen.“ schon fast in den Hintergrund, wenngleich er den negativen Touch der Anzeige noch unterstreicht.

Quelle: Screenshot Bild.de

Bad Ads berühren Menschen

Wer immer noch der Meinung ist, dass Onlinewerbung von der Masse der Menschen gar nicht mehr besonders wahrgenommen wird, der soll nach dem Spiegel Online Vorfall eines Besseren belehrt sein. Besonders im Hinblick auf Bad Ads ist die Wahrnehmung der User auf Online Werbung äußerst sensibel und kann weitreichende Konsequenzen mit sich bringen.

Wir haben aber auch bereits von einigen Werbekunden gehört, dass diese aufgrund der immer wieder vorkommenden Bad Ads solche News-Seiten grundsätzlich von der Buchung ausschließen. Aus Kundensicht nachvollziehbar, aus Sicht des Vermarkters natürlich suboptimal, da die Masse der AdImpressions genau auf diesen Seiten generiert wird. Ein Teufelskreis in den Fesseln historischer Targetingtechnologien, über die unsere Kinder vielleicht zukünftig mal im Context der „Entwicklung der Onlinewerbung“ in Geschichtsbüchern lesen.

Mit dem Einsatz von Cognitive Targeting gibt es diese Problematik gar nicht erst und neben der Vermeidung von Bad Ads bekommt die Kampagne gleich noch einen Brand Fit. Also liebe AdManager bei Bild.de und Spiegel-Online, habt Mut für Innovation, die Kunden werden es Euch danken.

Wer noch vertiefende Informationen zu Bad Ads und wie diese verhindert werden können, wissen möchte, kann dies gern in unserem Blogbeitrag nachlesen.