Dieses Statement war vergangenen Mittwoch auf Spiegel Online zu lesen und warf viele Fragezeichen im Kopf auf. Sollten uns dumme Maschinen wirklich recht sein? Wir gehen der Frage auf den Grund und stellen fest, dass es die deutsche Online-Werbebranche wahrscheinlich nie kapieren wird.

Dumme Maschinen und das Ausspielen von Werbebannern

Dass Online-Werbung oftmals nicht intelligent und präzise ausgespielt wird, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Dies musste zuletzt auch Gillian Brockell schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Die US-Journalistin war schwanger. Sie shoppte online die ersten Babysachen und teilte die Freude über ihre Schwangerschaft auch in den sozialen Netzwerken. Aufgrund von Retargeting und User Profiling bekam sie Werbung für glückliche werdende Mamis ausgespielt. So weit so gut. Nur leider hatte sie dann eine Fehlgeburt. Trotzdem bekam sie weiterhin fröhliche Werbebanner ausgespielt und wurde demzufolge bei jedem Klick im Netz mit ihrem traurigen Schicksal konfrontiert.

Aufgrund dessen veröffentlichte Brockell auf Twitter einen Brief an Facebook und Co. In diesem kritisierte sie die Ausspielung der Anzeigen. Sie stellte die Frage, warum es den Algorithmen nicht möglich ist, die Tausenden traurigen Smilies und Worte wie „Fehlgeburt“ richtig einzuordnen und die Werbung anzupassen bzw. ganz zu stoppen?

Spiegel Online befürwortet dumme Maschinen

Spiegel Online begrüßt im Beitrag die Dummheit der Maschinen. Denn laut Aussage, wird die Maschine durch die korrekte Interpretation von Verhaltensdaten zum perfekten Kontrollinstrument gegenüber dem Menschen.

„Wer nicht komplett durchleuchtet und überwacht werden will, ist mit dummen Algorithmen besser bedient als mit perfekten.“

(Quelle: Spiegel Online)

Doch sollte dies der Standard sein? Zeigt die traurige Geschichte von Gillian Brockell nicht, dass diese „dummen“ Maschinen mindestens genauso viele negative Folgen für den Menschen mit sich bringen? Sollte Deutschland nicht das Ziel haben, gegen die dummen Algorithmen der großen globalen Player anzukommen und die Werbeaussteuerung effektiver zu gestalten?„Deutschland hinkt hinterher. Wir müssen uns gegen die großen Player behaupten.“ All diese und ähnliche Aussagen haben wir auf den verschiedensten Konferenzen dieses Jahr gehört – doch ist dies alles nur leeres Geschwafel? Sollten wir Aussagen wie „Dumme Maschinen sollten uns recht sein“ einfach so hinnehmen und akzeptieren?

Deutschland gilt als Innovationsweltmeister, doch wenn es darauf ankommt, werden den intelligenten Innovationen, bestehende „dumme“ Systemen bevorzugt.

Riesiges Potenzial für intelligente Maschinen

Gleiches gilt auch für die Online-Branche. Vermarkter sehen das riesige Potenzial von smarten Targeting-Lösungen, welche ohne Cookies und Verhaltensdaten arbeiten, nicht. Mit dem innovativen Lösungsansatz von relemind, dem Cognitive Targeting, sind die oben beschriebenen Probleme nicht mehr relevant. Es ist bei dieser Targeting-Form völlig egal, nach welchen Suchbegriffen der User in der letzten Zeit gesucht hat und welche Präferenzen vorhanden sind. Es ist lediglich der Content relevant, welcher just in dem Moment konsumiert wird.

Die Naivität der deutschen Online Werbebranche

Intelligente Maschinen benötigen also weder Cookies bzw. Userprofile, noch dienen sie als Kontrollinstrument gegenüber dem Menschen.

Wenn sich Deutschland wirklich gegen die großen globalen Player behaupten will, sollte schnellstmöglich ein Umdenken stattfinden und sich nicht naiv auf den bestehenden „dummen“ Systemen ausgeruht werden.