Ehe man sich versieht, ist das Jahr schon wieder vorbei. Zack und weg. Als ob es die 365 Tage nicht gegeben hätte. Dabei ist soviel passiert, dass ich Mühe hatte, das alles irgendwie zu ordnen und zu sortieren. Deshalb wird das hier auch kein normaler, chronologischer und vollständiger Jahresrückblick, sondern meine persönlichen Top 3 der Highlights 2018.

Thema Nr. 1 | DSGVO

Ja die Datenschutzgrundverordnung, die im Grunde genommen nur etwas  präzisiert hat, nämlich das deutsche Datenschutzrecht. Was war das für ein Kraftakt für so ziemlich alle Firmen: ein Datenschutzbeauftragter musste her (den es in vielen Firmen eigentlich schon hätte geben sollen), die Verwaltung und Bearbeitung von Kundendaten musste überprüft und sicher gemacht wären (was bis dato eigentlich schon hätte Usus sein sollen), die Bearbeitung von personenbezogenen Daten von Dritten sowie die Datenspeicherung im Ausland musste überprüft und nach deutschem Recht konfiguriert werden (was schon seit Jahren so hätte sein sollen).

Tja, und dann war da der 25. Mai anno 2018. Der Tag, an dem die Abmahnanwälte über uns arglose und wehrlose Unternehmen, Privatpersonen, Blogger und Websitebetreiber herfallen wollten, ähm sollten, ähm hätten herfallen können. Doch was war … nix. Keine Abmahnwelle, kein schmutziges Ausbooten von Konkurrenten. Alles halb so wild und trotzdem so wichtig. Denn hier wurde ein wichtiger Grundstein für die Rechte der Nutzer im Netz gelegt, in dem wir selbst soweit wie möglich über unsere Daten bestimmen können, was damit geschieht und wer sie bekommt. Daran müssen sich nun alle halten. Obwohl, das mussten sie schon vorher, aber lassen wir das.

Alle, bis auf Facebook …. aber die schweben ja sowieso auf einem anderen, blauen Stern.

Thema Nr 2. | Mobile First

Ja seit diesem Schritt wachsen dem Webadmin graue Haare, wenn da überhaupt noch was wächst. Der mobile Pagespeed ist nun nicht mehr nur eine Zahl im Kleingedruckten eines Websitereports, sondern die Hauptüberschrift. Responsives Design, mobile Nutzbarkeit, schnelle Seitenladezeit, mobiler Suchindex – hach, was ist das schön. Da freut sich der Entwickler und der SEO, weil er endlich mal mit Lazy Loading, JS-Compression und Embedd Fonts arbeiten kann. Und da freut sich der PM, weil er plötzlich ganz viele Anfragen für Website Relaunches hat. Nun muss man aber auch sagen, dass das Thema noch lange nicht so heiß gegessen wie gekocht wird. Natürlich spielt die mobile Ladezeit und Performance eine wichtige Rolle, hat sie aber auch früher schon. In Zeiten von Edge, HDSPA und 3G noch viel mehr als heute mit LTE und LTE+. Hey und bald haben wir ja 5G mit 100% Netzabdeckung und überall stabiles Netz. Oh ich träume, back to reality.

Wie auch immer, wenn eine Seite sich mit einem Smartphone aus dem Zug der Deutschen Bahn heraus nicht schnell genug öffnen lässt, dann bin ich als Nutzer wieder weg, weil der Zug pünktlich im nächsten Bahnhof hält. Glücklicherweise gibt es auch bei der Bahn ab und an Verspätungen, weshalb es bei der mobilen Performance noch nicht ganz so auf die Millisekunde ankommt. Beachtet werden muss die mobile Version einer Website jedoch in jedem Fall, denn die Konkurrenz schläft nicht und wer schneller ist, der wird irgendwann auch besser sichtbar sein. Derzeit kann ich noch nicht wirklich eine Auswirkung des mobile Pagespeed auf die organische Sichtbarkeit erkennen.

Thema Nr. 3 | Content is King

Ähm, Moment – da bin ich wohl ins falsche Jahr gerutscht, also in 2010. Oder doch nicht? Rekapitulieren wir – Google hatte das  E-A-T/YMLM Update (ach was waren das noch Zeiten, als die Updates noch lustige Tiernamen trugen. Was ist los Google? Warum so unkreativ??),  das Halloween Update und noch viele kleinere Anpassungen des Algorithmus. Vor allem das „Your Money Your Life“ Update zeigte deutlich, wohin die Reise auch 2019 gehen wird. Es geht um hochwertigen, authentischen und uniquen Inhalt, keine Kopien, kein Larifari, kein Bla Bla.

Auch das hat uns nicht unbedingt schlaflose Nächte bereitet, sondern eher ein Dauergrinsen im Gesicht beschert. Wer guten Inhalt produziert, brauchte sich keine Sorgen zu machen, sondern konnte beruhigt die Perfomance-Statistiken von Sistrix & Co. bei einem Schälchen „Heeßen“ genießen, wie wir Sachsen hier sagen. Interessanterweise gibt es immer noch Firmen, die ihre Seiteninhalte von irgend einer Content-Schießbude zusammenballern lassen, wo es rein um Masse geht. Hauptsache, der Text ist schnell geschrieben und transportiert die Keywords, die dem Unternehmen wichtig sind.

Ja, kann man machen, muss man aber nicht. Man kann sich auch auf die eigenen Werte besinnen, auf das, was dem Kunden wichtig ist, auf das, was Nutzer wollen, einfach auf „weniger ist mehr“. Wobei sich das weniger rein auf die Anzahl an Seiten oder Artikeln bezieht. Inhaltlich werden die Texte eher länger, wenn man dem Anspruchsdenken eines holistischen Inhaltes folgen möchte. Doch genau darum geht es zunehmend: Gib dem Nutzer das, was er braucht und nicht das, was Du brauchst.

SEO / SRO – von der Suchmaschinenoptimierung zur Relevanzoptimierung

Ja dieses Jahr war wirklich spannend und hat Spaß gemacht. Wir haben viele gute Projekte umgesetzt, sind das erste Mal in größerem Stil auch in den USA aktiv, haben hier bei uns vielen Mittelständlern und Konzernen helfen können und haben auf der anderen Seite viel dazu gelernt. Das macht diesen Wettstreit mit Google auch so interessant, denn Wettkampfbedingungen ändern sich ständig wie bei einem Marathon. Du fängst bei 20 Grad und Sonne an, kommst in den Regen, trocknest bei 30 Grad wieder aus, um kurz danach von einer Windbö zur nächsten zu schleudern. Aber SOPHY – unsere KI – hilft uns hier durch alle Widrigkeiten und auf sie ist immer Verlass.

semcona ist weiter gewachsen

Eigentlich gehört dieser Fakt an den Anfang der Geschichte, aber als prägnanter Abschluss ist er denke ich auch geeignet. Mit Judith Hirsemann im Projektmanagement und Ralf Mäkelburg in der IT haben wir zwei wunderbare neue Mitarbeiter gewonnen und freuen uns auch sehr, mit Eric Thieme und Max Wauer unsere ersten beiden BA-Studenten ausbilden zu dürfen. 2019 wird es sicherlich auch den ein oder anderen Zuwachs geben. Apropos Zuwachs, den nächsten „semconisten“, der dann in ca. 18-20 Jahren zu uns stoßen wird, haben wir auch schon begrüßen dürfen 🙂

MERRY XMAS !!

Jan Pötzscher leitet und verantwortet als Head of Account Management die Kundenprojekte. Als erfahrener Blogger und Social SEO Experte bringt er sich zu dem auch fachlich in interne und externe Projekte mit ein.