Natürlich gibt es auf vielen Plattformen bereits Tipps, was man 2018 als Seitenbetreiber beachten muss, um gefunden und besucht zu werden. Dabei ist die Richtung, die Google vorgibt, klar: Nutzerzentrierung.

  1. Featured Snippets

Google experimentiert schon länger mit den sogenannten „Featured Snippets“, oder auch „Direct Answers“. Das ist die Präsentation eines Suchergebnisses an Position 0 in den SERPs und damit an exponierter Stelle. Die Idee dahinter ist, dem Nutzer auf eine klare Frage eine klare Antwort sofort zu liefern. In den USA wird dieses Prinzip schon umfassend eingesetzt und auch in Deutschland nimmt die Anzahl dieser Snippets zu.

google featured snippet

Die Kunst und Frage aller Fragen ist nun:

Wie schaffe ich es mit meinem Content auf diese Position 0?

Die Antwort ist so einfach wie komplex:

  • Der betreffende Inhalt muss zur betreffenden Suchanfrage unter den Top10 Suchergebnissen erscheinen
  • Es sollte innerhalb der Inhaltsseite einen Textabsatz geben, der auf eine exakte Suchanfrage eine ebenso exakte Antwort liefert und zwar innerhalb von 60 Wörtern (Text-Snippet) oder als tabellarische Aufzählung (Listen-Snippet) oder als Video (Video-Snippet)

Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass dieser Inhalt dann auch tatsächlich als Featured Snippet genutzt wird. Es kann sogar besser sein, die Inhaltsseite von dieser Auszeichnung auszuschließen, denn aufgrund der umfassenden Beantwortung einer Suchanfrage schon in der Suchergebnisliste wird der Nutzer weniger dazu angehalten, zu klicken. Damit sinkt unter Umständen der Website-Traffic. Es gibt also ein Für und Wider. Nichtsdestotrotz ist dieser Art der Präsentation unglaublich spannend.

Mehr zu den Featured Snippets kann man auch bei unseren geschätzten Kollegen von webNEO nachlesen:

Googles Featured Snippets

  1. Längere Google Snippets in den SERPs

Was hat man nicht alles schon versucht, um möglichst viel Inhalt in 160 Zeichen zu packen. Das war bislang die empfohlene Länge einer Meta Description je Inhaltsseite. Seit Ende 2017 präsentiert Google nun immer öfter längere Snippets mit bis zu 320 Zeichen.

google snippet 320 zeichen

Leider geht diese Optimierung einher mit einer teilweise wahllosen Integration von Text aus der Inhaltsseite und weniger Beachtung der eingepflegten Meta Description durch den Google Bot. Obwohl Google noch keine konkreten Empfehlungen zur Optimierung der Meta Tags veröffentlicht hat, sollte man schon beginnen, die Descriptions auf die maximale Länge von 320 Zeichen zu optimieren. Bewährt hat sich eine Begrenzung auf 300 Zeichen. So wird dann auch tatsächlich kein Text abgeschnitten.

Nachteil hierbei ist, dass andere Suchmaschinen wie Bing oder Yahoo weiterhin auf die 160 Zeichen setzen. Daher sollte bei der Änderung der wesentliche Inhalt weiterhin in den ersten 160 Zeichen enthalten sein.

  1. Konzentration auf Nutzersignale

Neben den Neuerungen in den SERPs wird es dieses Jahr nach wie vor und verstärkt um klassische Nutzersignale gehen, die man als Seitenbetreiber im Blick behalten muss. Das wären zum Beispiel, wie viele Nutzer über die Eingabe einer URL direkt auf die Seite surfen (Direct visits), wie lange sie auf der Seite verweilen (Verweildauer), wie viele Seiten sie pro Session aufrufen (Seitentiefe) und wie viele nach dem Besuch einer einzigen Seite wieder abbrechen (Bounce Rate). Natürlich spielen auch externe Faktoren wie das Backlinkprofil weiterhin eine Rolle, wenn auch eine untergeordnete.

Inwieweit Google diese Faktoren auch für die Bewertung einer Seite heranzieht, ist unter SEOs sehr umstritten und wird heftig diskutiert. Google lässt sich dazu auch kaum in die Karten schauen. Alles, was in und aus den SERPs heraus geschieht, ist für Google absolut transparent. Alles was auf der Website passiert, kann unter Umständen auch in die Bewertung mit einfließen.

Zur Unterstützung der Sicherheit für die Nutzer ist natürlich auch die Verschlüsselung von Datenübertragung via SSL-Zertifikat ein Muss.

  1. Mobile First

Viel wichtiger ist hingegen die mobile Ausrichtung der Nutzbarkeit der Seite (Mobile First). Der von Google Ende letzten Jahres vollzogene Switch hin zum Mobile-first-Index wird die Positionierungen auch in diesem Jahr erheblich beeinflussen. Eine perfekt mobil nutzbare Seite, von der Anordnung Content-Elemente bis hin zu Ladezeiten und Aktions-Buttons werden dieses Jahr erheblichen Einfluss auf die Sichtbarkeit haben. Hier kommt auch den AMP-Seiten (Accelerated Mobile Pages) eine besondere Bedeutung zu, da diese die mobile Nutzung wesentlich verbessern.

  1. Semantische Suche dank Rankbrain, Voice Search und digitalen Assistenten

Die Zeit der Ein-Wort-Suchanfragen scheint langsam aber sicher vorbei zu sein. Dank Spracheingabe und Künstlicher Intelligenz werden Suchen immer komplexer und „longtailiger“, weshalb auch deutlich mehr Rückschlüsse auf Motivation, Intention und Erwartungshaltung des Suchenden möglich werden. Google klassifiziert Suchanfragen sehr detailliert und wird bei der Interpretation immer besser. Je besser man also diesen Algorithmus versteht, umso besser kann man als Redakteur und Seitenbetreiber seine Inhalte darauf hin optimieren.

Auf Searchmetrics ist dazu eine sehr gute Abhandlung erschienen, die die Google-Suche aus mathematischer, semantischer und intelligenter Sicht einmal betrachtet:

Wie interpretiert Google heute Suchanfragen?

Was bedeuten Semantik und Machine Learning für die Google-Suche?

Fazit

Im Grunde genommen muss man als Seitenbetreiber im Jahr 2018 das konsequent fortsetzen, was man 2017 begonnen haben sollte:

  • Hochwertige, holistische Texte mit relevanten Inhalten
  • Schlanke, klar strukturierte und bedienerfreundliche Seiten
  • Einwandfreie Reputation in Form von guten Backlinks und Querverweisen

Dann kann man den ohne Zweifel auch dieses Jahr anstehenden Algorithmus-Änderungen gelassen entgegenblicken.

Jan Pötzscher

Jan Pötzscher leitet und verantwortet als Head of Account Management die Kundenprojekte. Als erfahrener Blogger und Social SEO Experte bringt er sich zu dem auch fachlich in interne und externe Projekte mit ein.