Marcel Päßler unterstützt seit Anfang März unser Analyse-Team. Wir haben mit dem 38-jährigen Wahlbautzener über sein Verständnis von Big Data, Künstliche Intelligenz sowie Smart Relevance Research gesprochen.

Daniela: Hallo Marcel und herzlich willkommen im semcona Team! Stell dich doch bitte unseren Lesern erst einmal kurz vor!

Marcel: Hallo Daniela und danke für das herzliche Willkommen im semcona Team. Als gebürtiger Berliner hat es mich zunächst für eine Ausbildung als Fachangestellter für Markt- und Sozialforschung in den hohen Norden – nach Bremen – gezogen. Hier habe ich quasi die Marktforschung von der Pike auf bei einer TNS Infratest Tochter, Bonsai Research GmbH, gelernt. Danach hat es mich wieder zurück an die Spree gezogen – diesmal jedoch nach Bautzen. Hier habe ich zunächst viele Jahre als Analyst für die azobit GmbH gearbeitet und dabei unter anderem das Social Media Monitoring für die VR Banken betreut und weiterentwickelt. Nun bin ich bei semcona und freue mich darauf, hier Social Media Analysen zu betreiben und den Blick durch die Marktforscher-Brille mit einzubringen.

Neben dem Beruf habe ich das Kleingärtnertum für mich entdeckt und so findet man mich gerne mal nach der Arbeit auf meiner Parzelle unweit von Bautzen. Und wenn man mich dort nicht findet, dann bin ich entweder auf Reise oder couche rum und schaue einen guten Science-Fiction- oder Horror-Film.

Daniela: Worauf freust du dich bei deiner neuen Aufgabe als Social Media Analyst am meisten und worin siehst du die größte Herausforderung?

Marcel: Worauf ich mich am meisten freue? Da gibt es nicht den einen Punkt, um ehrlich zu sein. Ich freue mich auf ein neues, tolles Team. Aber ich freue mich auch auf viele spannende Projekte, Kunden und Herausforderungen. Herausforderungen gibt es sicher viele zu meistern, denn kein Projekt gleicht dem anderen. Doch eine der größten Herausforderungen in meiner Arbeit sehe ich im Verdichten der Daten. Diese dürfen nicht zu grob sein, sodass wichtige Themen hinausfallen – aber eben auch nicht zu feinmaschig. Ich glaube, dass die Kunst und die Herausforderung darin bestehen, aus Big Data Smart Data zu machen. Und darauf freue ich mich.

Daniela: Gutes Stichwort! Big Data – bzw. besser eigentlich „Smart Data“ – sind in aller Munde und Künstliche Intelligenz ist das Hype-Thema schlechthin. Was glaubst du, welchen Mehrwert können Unternehmen aus der Analyse von Smart Data mittels semantischer Technologien – oder wie wir es nennen mittels „Smart Relevance Research“ ziehen?

Marcel: Big Data ist schon länger ein heißes Thema in der Marktforschung. Ich glaube, für den Bereich des Online Marketings ist Smart Relevance Research mittlerweile unumgänglich. Die Menschen tummeln sich noch stärker und noch viel länger im Web als je zuvor. Daher ist es für jedes Unternehmen wichtig, seine Zielgruppe im Web nicht nur zu kennen, sondern auch zu wissen, wo sie sich herumtreibt. Doch Smart Relevance Research bietet noch mehr. Mittels Semantik ist es nun möglich, die Zielgruppe nicht nur an einem bestimmten Schlüsselwort, sondern zusätzlich, z. B. durch bestimmte Phrasen zu identifizieren. Darüber hinaus ist es erst durch Künstliche Intelligenz und enorme Rechenpower erst möglich geworden, diese riesigen Datenmengen überhaupt auswerten zu können.

Daniela: Lass uns zum Abschluss mal einen Blick in die Zukunft werfen. Was glaubst du, welchen Stellenwert wird die Analyse von Smart Data in den nächsten Jahren haben? Wie werden Smart Data Analysen und Künstliche Intelligenz Unternehmen sowie unsere Gesellschaft verändern?

Marcel: Also gut, orakeln wir ein bisschen. Doch vorher ein kleiner Blick zurück. Dieses Jahr ist es 10 Jahre her, dass Apple das erste iPhone vorgestellt hat und schauen wir uns heute an – sechs von zehn Deutschen besitzen ein Smartphone. Was will ich damit sagen? Das iPhone kam zur rechten Zeit und revolutionierte unser Telefonverhalten und eine ganze App Developer Industrie entstand. Ich glaube nicht, dass das damals so von Apple geplant war.

Ich kann mir vorstellen, dass es mit Smart Data ähnlich ist. Smart Data revolutioniert zum Beispiel gerade die Online-Werbung. Denn durch Semantik ist es nun möglich, Werbung kontextsensitiv zum Inhaltstext eines Beitrags, z. B. eines Artikels in einer Online-Zeitung, auszuspielen. Darüber hinaus sind Smart Data Analysen ein Baustein für die Erschaffung von künstlicher Intelligenz. Wir analysieren Daten, um Zusammenhänge zu verstehen und „füttern“ damit erste künstliche Intelligenzen. In zehn Jahren ist vermutlich alltäglich, was wir heute für revolutionär halten.

Ich denke, Smart Data und künstliche Intelligenz sind sehr spannende Themen, die enormes Potenzial besitzen. Aber wir müssen auch aufpassen, dass wir uns nicht zu sehr von intelligenten Systemen abhängig machen. Denn vermutlich möchte niemand düstere Visionen wie zum Beispiel im Film „Eagle Eye“ wahr werden lassen, oder?

Daniela: Marcel, danke für das nette Gespräch und dir viel Freude und Erfolg bei der Analyse von Smart Data!

Daniela Kloth

Daniela Kloth verantwortet als Leiterin Marketing und Business Development die Geschäftsfeldentwicklung der semcona GmbH. Darüber hinaus ist sie als strategische Beraterin für Unternehmen aus dem In- und Ausland tätig. Außerdem zählen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für semcona zu ihren täglichen Aufgaben.