Eine Woche ist nun schon vergangen seit Europa’s größte Digitalmesse stattfand. Ein Grund für uns einen Blick auf die Diskussionen im Social Web zu werfen.

Wir hatten es selbst erlebt: aus unserer Sicht war die dmexco 2015 ein Fiasko. Überfüllte Hallen, ein kaum auszuhaltender Lärmpegel, viel zu viel Chaos an Garderobe oder Taxistand, von dem fehlenden Handyempfang (von Internet wollen wir ja gar nicht erst sprechen) ganz zu schweigen. An Ständen der Aussteller traf man häufig nur Verkaufspersonal, jedoch keine Entscheider. Größen der Branche wie der Vermarkter Ströer hatten sich direkt von der Messe zurückgezogen und lieber nebenan in einem exquisiten Hotel eine Lounge gebucht. Doch sind wir mit dieser Meinung allein? Um diese Frage beantworten zu können, haben wir eine kurze Themenanalyse zur dmexco durchgeführt.

Seit dem 1.1.2015 haben wir 7.378 Beiträge in 236 deutschsprachigen Netzwerken gefunden, dabei wurden vermehrt Beiträge ab KW 29 / 30 geschrieben, das ist der Zeitpunkt (20. Juli), an dem der Kartenvorverkauf begann. Schließlich wurde dieses Jahr erstmalig ein neues Ticketsystem eingeführt, wonach die Tickets bei Registrierung bis zum 17. August kostenlos waren, und der Preis dann zunehmend auf bis zu 399 Euro inkl. MWSt. stieg.

semcona dmexco Zeitverlauf Themenanalyse

Obwohl sich Twitter, unserer Meinung nach, was die Nutzerzahlen und Nutzungsintensität angeht, auf dem „absteigenden Ast“ in Deutschland befindet, ist es bei der dmexco nach wie vor das meist genutzte Medium; mehr als 50 Prozent des Buzz zur dmexco wurde dort generiert.

dmexco semcona Themenanalyse: Kommunikationskanäle

Sich via Twitter in Echtzeit mitzuteilen und auszutauschen scheint auf einer Messe wie der dmexco noch in zu sein. Dennoch fällt auf, dass sich unter den Top-Autoren fast nur Unternehmensaccounts befinden: Die meisten Tweets wurden von IBMCommerceDACH (135 Tweets) abgesetzt, danach folgt mit bereits weitem Abstand (54 Tweets) RolandLauenroth, der für IBM tätig ist. In der Top10-Liste finden sich weiterhin Accounts wie TSystems_MMS, BVDW oder HORIZONT. Die Tatsache, dass scheinbar fast nur Unternehmen gegenseitig ihre PR-Mitteilungen auf Twitter ausgetauscht haben, spricht dafür, dass die Popularität von Twitter – genau wie die der Messe selbst inzwischen – abnimmt. Ob es besser gewesen wäre, wenn der Handy- und Internetempfang stabiler gewesen wäre? Wir glauben es nicht.

In den Nutzerbeiträgen wird vor allem der Standort Köln in Frage gestellt, da er für diese Kapazitäten nicht ausgerichtet sei. Die Messe feiert sich zwar selbst und ihren Besucherrekord (über 43.000 Fachbesucher) als „Zentrum der globalen Digiconomy“, doch die Nutzer würden es begrüßen, wenn die Messe demnächst besser in der Medienstadt Düsseldorf stattfinden würde.

Wir sehen es genau wie die Nutzer im Social Web und denken, dass die Veranstalter das Konzept der Messe generell überdenken sollten, um weiterhin erfolgreich zu sein und an die stetig steigenden Besucherzahlen anzuknüpfen. Vor allem an den Themen Infrastruktur und Standort sollte gearbeitet werden. Schön wäre es, dort auch wieder einmal echte Innovationen zu sehen. Die Fotobox von t3n war zwar recht witzig und wird im Social Web auch häufig erwähnt, doch so wirklich neu war diese ja nun auch nicht.

semcona's Themenanalyse zur dmexo: Beispielposting

Bildquelle: Screenshot https://instagram.com/p/75jNeuHNki/

Wir arbeiten zwar an echten (semantischen) Innovationen, werden diese zukünftig jedoch nicht auf der dmexco präsentieren und auch nicht als Fachbesucher anwesend sein. Da gibt es sicher spannendere Veranstaltungen. In diesem Sinne: tschüss dmexco, es war (früher einmal) schön mit dir.

Daniela Kloth verantwortet als Head of Marketing die konsequente Ausrichtung der semcona GmbH mit ihren Smart Relevance Solutions an den Bedürfnissen des Marktes. Als erfahrene Medienmanagerin verfügt sie über umfangreiches Know-how im Onlinemarketing, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie im Bereich Social Media Marketing. Im semcona Blog beschäftigt sie sich intensiv mit den Themen Context Marketing, Cognitive Computing sowie Smart Data.