Sucht man nach den neuesten Trends, den coolsten Styles und der hippsten Stadt, dann kommt man an Berlin nicht vorbei. Ob dies tatsächlich so ist, haben wir analysiert.

Berlin wird gerade im Zusammenhang mit Trends und Start-Ups immer wieder erwähnt. Dies zeigt auch eine TagCloud, die wir aus dem Schnitt der Beiträge der zwei größten deutschen Gründerplattformen im Netz, deutsche-startups.de sowie gruenderszene.de, erstellt haben:

TagCloud zum Thema Start-Up

Neben Wörtern, die klar zu einem der Hauptthemen eines Start-Ups – nämlich der Finanzierung – gehören, tritt Berlin deutlich aus der Wortwolke hervor. Zum einen mag dies daran liegen, dass Rocket Internet in der Hauptstadt seinen Hauptsitz hat. Andererseits zeigt unsere Social Media Analyse, dass Nutzer vermuten, dass Berlin als (Gründer-)Hauptstadt bundesweit hochgelobt wird und andere Städte, die ebenfalls attraktive Möglichkeiten für Jungunternehmer bieten, unter den Tisch fallen.

Um diese These zu überprüfen, haben wir uns beispielhaft den Markt des 3D-Drucks angeschaut, der momentan stark im Kommen ist und bei dem vielfältige Anwendungsmöglichkeiten entstehen.

Die Analyse des aktuellen monatlichen 3D Hubs Trendreports, die mit über 12.000 Druckern in über 150 Ländern der Welt zu den größten Communities in den Bereich zählt, kommt jedoch zu einem überraschenden Ergebnis. Unter den 10 Top Print Cities sucht man verzweifelt nach Berlin oder einer anderen großen Stadt in Deutschland. Die Plätze zehn bis sechs sind durchweg in niederländischer Hand und mit Städten wie Rotterdam, Den Haag oder Amsterdam besetzt. Danach tummeln sich auf den Plätzen fünf bis zwei andere europäische Metropolen wie Paris, London oder Mailand. Angeführt wird das Ranking durch New York, der Stadt, die niemals schläft. Verschläft Berlin also gerade den Trend im 3D Druck? Wo liegen die Gründe für das Fehlen Berlins im Top-Ranking?

Die Liste der Hubs in Berlin ist bislang überschaubar in Vergleich zu den Top Print Cities. Wenn gleich sich die gelisteten Anbieter mit ihren Druckern im internationalen Vergleich nicht verstecken brauchen. Überwiegend hat man hier die Möglichkeit auf sogenannten Desktop Druckern seine Drucke in Auftrag zu geben. Die gelisteten Hubs greifen dabei vorrangig auf die am Markt etablierten Druckermodelle zurück. Vereinzelt finden sich hier jedoch aber auch Anbieter, die den Zugang zu qualitativ hochwertigen Industriedruckern wie den Objet Eden 260 ermöglichen, welcher die Liste der Top Industriedrucker anführt.

Trotzdem die 3D Druck Technik in Berlin vorhanden ist, muss sich der Frage gestellt werden warum die 3D Druck Szene nicht über Berlin spricht? Oder spricht man nicht in der Szene? Wo sind all die Coworking Spaces, Fab Labs, Hubs und Printshows? Wo trifft sich die Szene und wo bzw. wer redet darüber? Um dies zu ergründen, haben wir für unseren Partner, den 3D Druck Dienstleister CustomX, eine Kurzanalyse zum Thema „3D Druck in Berlin“ durchgeführt. Die Ergebnisse sind erschreckend. Seit dem 1. Januar konnten wir nur 23 nutzergenerierte Beiträge zu diesem Thema finden. Die Hauptthemen waren dabei:

  • Berlin soll einer der Standorte für die Produktion von maßgeschneiderten Elektroautos aus dem 3D-Drucker werden:
  • die Inside 3D Printing Konferenz, die Anfang März in Berlin stattfand
  • das neue 3D-Modell von Berlin, das sich User im Rahmen eines Open Source Projektes, kostenlos herunterladen können
  • 3D-Druck in der Medizin

Dies bestätigt damit die Ergebnisse des 3D Hubs Trendreports. Die Technik ist zwar vorhanden, doch man spricht nicht darüber. Daraus ergeben sich natürlich viele weitere Fragen und neue Analysemöglichkeiten. Nutzen die 3D Druck Anbieter Social Media überhaupt für sich oder ist für diese Branche Social Media nicht relevant? Wir werden das Thema gemeinsam mit unserem Partner CustomX  weiter im Auge behalten und später noch vertiefen. Vielleicht wird Berlin ja in den nächsten Monaten aus dem 3D Druck Tiefschlaf erwachen.

Bemerkung: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Stephan Zeidler von medfab.de.

Daniela Kloth verantwortet als Head of Marketing die konsequente Ausrichtung der semcona GmbH mit ihren Smart Relevance Solutions an den Bedürfnissen des Marktes. Als erfahrene Medienmanagerin verfügt sie über umfangreiches Know-how im Onlinemarketing, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie im Bereich Social Media Marketing. Im semcona Blog beschäftigt sie sich intensiv mit den Themen Context Marketing, Cognitive Computing sowie Smart Data.