Unsere Top-10 Highlights der AllFacebook Marketing Conference

Gestern waren wir für euch auf der AllFacebook Marketing Conference um die neuesten Trends, Ideen und Cases aufzuschnappen. Wir haben allen, die nicht dabei sein konnten, unsere persönlichen Highlights zusammengestellt.

  1. Für unsere Analysetätigkeiten war es spannend, gleich zu Beginn des Tages dem Vortrag von Florian Renz von der GfK beizuwohnenEr gab spannende Insights zur Facebook-Familie (Facebook, Facebook Messenger, WhatsApp & Instagram) und der Rolle der mobilen Werbung, welche GfK über das Crossmedia Link Panel erforscht. Das Panel macht es als weltweit einzigartiger Ansatz möglich, Medianutzung und Kaufverhalten an einer Quelle zu messen. Interessant hierbei ist, dass die GfK zu diesem Zwecke mit Facebook kooperiert und so über den Quellcode etwa 11.000 Facebook-IDs, also Nutzerprofile, im Panel mit ausgewertet werden. Hinsichtlich der mobilen Werbung und wenn man bedenkt, dass 4 von 5 Deutschen bereits Facebook nutzen sowie 40 Prozent der Gesamtzeit, die auf Smartphones verbracht werden, bei der Facebook-Familie verbracht werden, ist es an dieser Stelle auch noch einmal wichtig zu erwähnen, dass Facebook durch das ziemlich genaue Targeting einen extrem geringen Streuverlust aufweist. Werbung bei Facebook lohnt also definitiv.
  1. Svea Rasmuss, Leiterin Online-Redaktion und digitales Media-Management von der DB Vertrieb GmbH, stellte gemeinsam mit Nicolas Escherich von der Ray Sono AG den noch relativ jungen Social Hub der Bahn „inside.bahn.de“ sowie die dahinterliegende Content Strategie vor. Spannend fanden wir vor allem die kleinen Geschichten aus dem Nähkästchen, die zeigten, wie schwierig es war, so ein Trendthema in einem gesetzten Konzern wie der Deutschen Bahn zu etablieren. Da war nicht nur mit datenschutzrechtlichen Bedenken zu kämpfen, da statt dem bisher verwendeten CMS nun mit WordPress gearbeitet werden sollte, sondern auch mit engen CD-Vorgaben. Außerdem standen sie vor der Herausforderung, möglichst viele Fachbereiche zu involvieren, doch nicht jeder dieser internen Auftraggeber, die ihre Themen aus dem Nah- oder Fernverkehr platziert haben wollen, „kann auch schreiben“, so Rasmuss. Dazu kommt, dass die Bahn bekannterweise keine Love Brand sei. Um dem zu begegnen, soll der Kunde auf inside.bahn.de verstärkt einbezogen werden und im Dialog mit ihm beispielsweise gemeinsam Tickets entwickelt werden. Ziel ist es, Themen zu finden, die aktuell und exklusiv sind sowie diese in einfachen Formaten emotional mit der für die jeweilige Zielgruppe adäquaten Tonalität darzustellen.
  1. Alexander Peiniger von Quintly stellte fest, dass Marken zunehmend Interaktionen statt Fanwachstum analysieren; wir fühlen uns bestätigt – Content ist weiterhin King! Und das ist gut so. Informativ war auch der Fakt, dass Amerikaner bei Social Media mehr ausprobieren, aber weniger analysieren als die Deutschen. Bei einem Punkt können wir ihm besonders zustimmen: Google+ spielt, zumindest wenn es um die Erfolgs- und Kennzahlenmessung der sozialen Kanäle geht, keine Rolle mehr – aus SEO-Gesichtspunkten fällt die Beurteilung (noch) etwas anders aus.
  1. Jan Firsching von Futurebiz ist der gleichen Meinung wie wir und traf eine Aussage für die Zukunft: „2017 ist Instagram das Facebook von heute!“. Insbesondere Instagram war ein für uns gesetzter Schwerpunkt zur #AFBMC, da wir dort für unsere Kunden grade richtig Gas geben und uns ein paar News, Inspirationen und v.a. nützliche Tools grade ganz gelegen kommen. Im Rahmen der Golden Rules für Instagram gingen Andreas Bersch und Jan Firsching auch nochmal ziemlich detailliert auf das Influencer-Marketing ein. „Influencer sind Inhaltepartner und erstellen guten Content“, meint Andreas Bersch – dies sollte insbesondere für die Auswahl von Fotos und Videos beachtet werden. Es verspricht mehr Erfolg und ist bei den Fans und Followern vor allem authentischer. Die Agentur Brandpunkt hat dafür 15 sehr gute Leitsätze für Marken formuliert, die Influencer-Marketing nochmal auf den Punkt bringen. Der Beste: Influencer sind keine Litfaßsäulen – sondern Menschen und Marken zugleich! Schade, dass man es überhaupt erwähnen muss!
  1. Sehr erfrischend war auch der Vortrag von Julia Rittig und Lisett Enge aus der Leipziger Agentur Projecter, die 35 Instagram-Tools getestet haben, welche Community Managern das Leben erleichtern sollen, weil sie es ermöglichen, Instagram auch vom Desktop aus zu bedienen. Besonders überzeugt haben uns dabei OnInstagram für die Suche nach Trending Topics, WEBSTA für die Hashtag-Recherche, iconosquare für das Community Management sowie PicStats fürs Reporting. Wir werden diese Tools in den nächsten Tagen und Wochen garantiert für unsere Kunden auf Herz und Nieren testen!
  1. Christiane Germann, Social Media-Managerin in der öffentlichen Bundesverwaltung, erklärte in ihrer Session zu Social Media in Behörden und der Verwaltung, was es mit dem „Rückkanalverbot“ in Rheinland-Pfalz auf sich hat: wenn Datenschutzbeauftragte zwar Facebookseiten von Behörden zulassen, aber verbieten, Kommentare zu beantworten. Sie, und ihr zustimmend das Publikum, meinten, dass „Rückkanalverbot“ zum Unwort des Jahres gekürt werden soll. Weitere amüsante Anekdoten, wie Seitenlöschungen nach der Amtszeit und Kommunikationsverbote gaben uns einen Einblick in die schwierige Social-Media-Arbeit mit Behörden und Ämtern. Häufig ist dort auch bei neu zu besetzenden Stellen die Verwaltungsqualifikation wichtiger als Kommunikationserfahrung. Da auch nach wie vor wenig Budget für Social Media in Behörden und Ämtern abgestellt wird, rät Christiane Germann Agenturen, in der Angebotsphase besser mehrere kleine und günstige Pakete zu schnüren, die die Arbeit erleichtern.
  1. Arne Züll, Marketingkoordinator von Karstadt sports, lobte die Vorzüge von Snapchat als neuen Marketingkanal. Es gäbe eine besondere Nähe zu den Nutzern, die es erlaube, besonders emotionalen Content zu spielen. Nach ihm ist Snapchat „the next big thing“ nach Instagram, weil dort nur die geschönten Marketingbilder gezeigt werden, während Snapchat zeigt, wie eine Marke wirklich ist. Deshalb eignet sich der Kanal besonders gut fürs Storytelling, Behind the scenes Geschichten sowie für exklusive Produktkommunikation. Da es in Deutschland noch nicht viele Cases gibt, haben Marken jetzt die Chance, sich als innovative Vorreiter bei jungen Zielgruppen zu positionieren.
  1. Ziemlich spannend und unterhaltsam fanden wir auch die Vorstellung der kreativen Ideen, die Harald Kratel gemeinsam mit seiner mlv Werbeagentur für die Dithmarscher Brauerei entwickelt. Wir haben uns hier zwei Punkte mitgenommen:
    1. Regionalität schlägt manchmal auch Aktualität – die Kombi ist allerdings ideal!
    2. Werbung wird gut, wenn der Kunde der Agentur freien Lauf lässt!
  1. „Influencer-Marketing heißt unter Juristen Schleichwerbung“ witzeln die Rechtsanwälte Dr. Carsten Ulbricht und Thomas Schwenke. Influencer und Unternehmen haben ab 1.000 € eine Hinweispflicht auf „bezahlte Werbung“, meint Thomas Schwenke. Sicherheitshalber sollte man für Marketing via WhatsApp ein Impressum mitsenden (am besten gleich als erste Chatnachricht oder im Status einen Link zum Impressum eintragen). Wenn Werbung nämlich nicht kenntlich gemacht wird, haftet sowohl der Influencer, als auch das Unternehmen, als auch eine ggfs. beteiligte Agentur! Ulbricht rät Unternehmen außerdem dazu, eine Social-Media-Einwilligung in die Datenschutzerklärung aufzunehmen, damit beispielsweise Custom Audiences bei Facebook Ads rechtssicher eingesetzt werden können .
  1. Michael Praetorius, Head of Content bei der AKOM360: „Wir müssen alle mehr GIFs produzieren. Quasi als Streuartikel des Internets. Die virtuellen Kugelschreiber! Man kann dann zwar nicht mehr nachvollziehen, wie sich diese im Netz verteilen, aber hey, das konnten wir bei Kugelschreibern auch nie.“

Last, but not least, möchten wir die hervorragende Organisation loben: ständig verfügbares, stabiles WLAN, keine langen Schlangen und Wartezeiten, eine Süßigkeitenbar für den manchmal notwendigen Zuckerkick, nahezu überall freie Steckdosen für das müde iPhone, eine Top-Location sowie immer freundliches Servicepersonal!

Für uns also alles in allem eine großartige Konferenz, bei der uns einzig und allein das Thema Semantik etwas gefehlt hat. Aber mal sehen, vielleicht sind wir ja schon nächstes Jahr selbst als Speaker dabei und besetzen dieses Themenfeld.

Weitere Rückblicke zur AllFacebook Marketing Conference 2015 in Berlin findet ihr hier:

allfacebook.de hat darüber hinaus viele Fotos sowie die Charts der Referenten zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!

Teile diesen Beitrag

Claudia Hoffmann beschäftigt sich seit 2010 primär mit Social Media Analysen, Influencer-Analysen und Trend-Recherchen. Neben der reinen Bewertung der Datensätze leitet sie strategische Handlungsempfehlungen für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete und Zielstellungen ab und arbeitet dabei eng mit der Entwicklungsabteilung zusammen.

Schreibe einen Kommentar

Spamschutz: Bitte tragen Sie hier das Ergebnis folgender Aufgabe ein: *