Während wir derzeit noch an der Umsetzung und Verwirklichung des Web 3.0 arbeiten, wird schon über das Web 4.0 gesprochen.

Doch ist es vielen Menschen in der Gesellschaft noch nicht bewusst, welche Veränderungen sie sowohl im Privaten als auch im Arbeitsbereich erwarten.

Der Weg ist geebnet, dass Mensch und Maschine miteinander kommunizieren können.

In der Gegenwart lässt sich über zukünftige Technologien immer gern spekulieren und mutmaßen, bis sie dann doch meist Realität werden. Umso schwerer fällt es sich derzeit vorzustellen, dass es im Kommunikationsbereich nach dem semantischen Web, d.h. einem Web, welches Beziehungen aufzeigt, Informationen nach ihrer Bedeutung und Relevanz hin bewertet sowie sie in einen Kontext zu anderen Inhalten stellt, noch weiter geht. Doch es gibt schon jetzt einen Namen dafür – das pragmatische Web, Outernet oder auch ubiquitous Web. Vereinfacht ausgedrückt treffen sich die Industrie 4.0 mit der weiter entwickelten Kommunikationstechnologie und werden zum Internet der Dinge. Das Internet greift immer mehr in die reale Welt ein. Grenzen zwischen virtueller und realer Welt verschwimmen zunehmend. Das Web ist in unseren Alltag integriert.

Das Web 4.0

Derzeit verläuft die Kommunikation noch relativ getrennt vom realen Leben. Abgesehen davon, dass es ohne Smartphone mit seinen digitalen Assistenten beim gemeinsamen Ausgehen nicht mehr geht oder die Umwelt dadurch nicht mehr wahrgenommen wird, vermischt sich die virtuelle Welt noch nicht mit der realen.

Mit dem Outernet wird dies anders. Augmented Reality ist teilweise schon gelebte Realität. Auch ist das Ubiquitous Computing bereits existent, vor allem durch die mobilen Endgeräte. Das bedeutet, wir können schon jetzt überall und zu jeder Zeit Zugriff auf Computer und ihre Rechenleistungen haben. Dies hat Einfluss sowohl auf die Produktion, die Tag und Nacht durch Maschinen erledigt werden kann, auf die flexible Arbeitsgestaltung als auch auf das Privatleben.

Veränderungen durch das Web 4.0

Im Web 2.0 begann die Zeit der kollaborativen Netzwerke, die User tauschten sich aus, teilten und verbreiteten ihre eigenen Inhalte und wurden so zum Prosumenten. Durch die Integration der Künstlichen Intelligenz in die Kommunikation werden wir ein höheres Niveau der Kollaboration erleben, was sich auch auf das Wirtschaftssystem auswirken wird.

Durch die Verständigung der Maschinen untereinander und der absoluten Markttransparenz sind ein ressourcenschonender Umgang bei der Produktion sowie ein Reagieren auf veränderte Umweltbedingungen möglich. Die Produktion wird schneller und günstiger werden. Zudem wird es mehr Sicherheit auf Arbeit geben, weil menschliche Fehler durch Sensoren bemerkt werden können.

Web 4.0 – Veränderungen im Arbeitsprozess

Die Arbeit im Dienstleistungssektor wird schon jetzt teilweise standardisiert. Alle Arbeiten, die Routine sind und immer nach den gleichen Schemen ablaufen, können Maschinen übernehmen. Intelligente Technologien können uns die Arbeit erleichtern. So können wir schon jetzt sagen, dass sich auch unsere Branche ändern wird. Bots übernehmen schon jetzt das Schreiben von Pressemitteilungen und verbreiten Informationen beispielsweise auf Facebook selbstständig. Nutzermeinungen nehmen in ihrer Bedeutung zu, weshalb Influencer und Blogger immer wichtiger werden und den ausgebildeten Redakteur ablösen. Über die Veränderungen des Büros der Zukunft haben wir bereits berichtet.

Die vierte industrielle Revolution soll 2025 schon die Hälfte des gesamten Wirtschaftssektors erreichen. So lösen zukünftig zum Beispiel Programmierer den typischen Fabrikarbeiter ab.

Web 4.0 – Veränderungen im Privatleben

Auch im Bildungsbereich ergeben sich Fortschritte. Von überall können Bildungsgrade errungen und so strukturschwache Regionen auf ein globales Bildungsniveau gebracht werden. Der medizinische Bereich entwickelt sich ebenfalls weiter. So wird an Organen aus dem 3D-Drucker gearbeitet, an neuen Möglichkeiten der Krebsbekämpfung geforscht oder durch die Technologie Strukturschwachheit begegnet.

Eine Veränderung betrifft unsere Privatsphäre. Im Laufe der entstehenden Industrienationen ist die Privatsphäre und somit ein Rückzugsort immer wichtiger geworden. Mit den neuen Entwicklungen und Möglichkeiten wird die Privatsphäre systematisch abgelöst. Die Generationen, die in den 90er Jahren geboren worden, gestalten diese Entwicklung und sehen dies kaum als Problem an.

Eine Frage bleibt zum Schluss

Die neuen Möglichkeiten betreffen unser gesamtes Leben und verändern die Gesellschaft. Unser jetziges Gesellschaftssystem ist allerdings nicht für diesen technologischen Fortschritt und dessen Folgen ausgelegt. Wie wird also die Gesellschaft 4.0 in zehn Jahren aussehen?

Jenny Mittrach ist Projektmanagerin bei der semcona GmbH. Zu ihren Verantwortungsbereichen zählen das Community Management und die Konzeption von Social Media Projekten sowie die Betreuung von Projektpartnern.